Daniel M.E. Schaal (geb. 1990 in Crailsheim bei Stuttgart) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Praxis umfasst Malerei, Druckgrafik, Weberei und Performance und basiert auf einer intensiven Auseinandersetzung mit Material und Prozess. Schaal erhielt seinen MFA von der Universität der Künste Berlin. Zu seinen jüngsten Ausstellungen zählen „A Single Man“ in der Galerie Norbert Arns, der UdK Berlin Art Award, „BOAZ.InP.RE_(T)“ im Kulturhaus Centre Bagatelle, „Four Levels of Care“ im Kino International und „Nicht das Fell Berühren“ bei LAGE EGAL, alle in Berlin.
Die künstlerische Praxis von Daniel M.E. Schaal zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit Material, Prozess und Wiederholung aus. Er arbeitet häufig mit weggeworfenen Verpackungen, Pappe und abgenutzten Textilien – Materialien, die durch Gebrauch und Vergessen geformt wurden. Sein Interesse an Weggeworfenem wurzelt in seiner Faszination für die Geschichten, die in Alltagsgegenständen stecken, und deren Potenzial, sich in abstrakte, taktile Strukturen zu verwandeln. Wiederholung ist eine zentrale Strategie in seinen Arbeiten in der Weberei, Malerei und Druckgrafik und fungiert als eigenständiges System, das sowohl den Entstehungsprozess als auch die Erfahrung des Betrachters beeinflusst.
Die Druckgrafik, insbesondere die Radierung, ist für Schaal eine weitere Möglichkeit, sich mit Erinnerung und Material auseinanderzusetzen. In der Serie „The Memory of Things“ verwendet er einen alten eigenen Schal als Druckmatrix und bringt so textile Verfahren mit grafischen Techniken in Dialog. Diese Werkgruppe entfaltet sich in den Unterserien „The Read“, „The Search“ und „The Trapped“, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Erinnerung untersuchen. In „The Search“ wird Erinnerung als fließend und instabil behandelt, was durch nuancierte Variationen von Blau, von Türkis bis zu tiefem Ultramarin und Violett, zum Ausdruck kommt. Subtile Schnittpunkte von Linien lassen das Weiß des Papiers darunter erkennen und schaffen Momente des Lichts, die eine flüchtige Klarheit im Akt des Erinnerns andeuten.