Cathrin Hoffmann ist eine deutsch-iranische Künstlerin, die in Berlin lebt und arbeitet. Ihr multidisziplinäres Schaffen umfasst Malerei, Skulptur und Installation und gründet auf einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit den Bedingungen der menschlichen Existenz im postdigitalen Zeitalter.
Hoffmanns Arbeit setzt sich mit den sich beschleunigenden Veränderungen des zeitgenössischen Lebens und der daraus resultierenden Krise des Humanismus auseinander. Themen wie Entfremdung, Klimawandel, politische Instabilität und bewaffnete Konflikte bilden einen übergeordneten Rahmen für ihre Auseinandersetzung mit der Frage, was es heute bedeutet, Mensch zu sein. Im Zentrum ihrer Arbeit steht eine Reihe drängender Fragen: Was wird aus der Menschheit, wenn der physische Körper zunehmend durch digitale Existenzformen verdrängt wird? Und wie prägt das Bewusstsein für das Leben selbst die Möglichkeit, eine nachhaltige Beziehung zur Welt aufrechtzuerhalten?
Charakteristisch für Hoffmanns Werk ist ihr unverwechselbarer Umgang mit der menschlichen Figur. In abstrakten Formen dargestellt, wirken ihre Figuren zugleich mechanisch und geometrisch, aber auch fließend und grotesk verzerrt. Diese Spannung schafft ein visuelles Vokabular, das an formale Entwicklungen der Moderne erinnert und gleichzeitig deren ideologische Grenzen hinterfragt.
Indem sie zentrale Aspekte der Moderne neu beleuchtet, setzt sich Hoffmann kritisch mit deren blinden Flecken auseinander, darunter eine unzureichende Darstellung der Geschlechter, eine Losgelöstheit von sozialen Belangen und eine oft unhinterfragte Faszination für den technologischen Fortschritt. Diese Elemente werden in ihrem Werk in einen neuen Kontext gestellt und eröffnen einen Dialog zwischen historischen Erzählungen und den komplexen Realitäten des 21. Jahrhunderts.
Hoffmanns Praxis ist geprägt von einem bewussten Wechselspiel zwischen Virtualität und Physikalität. Sie kombiniert glatte, digital beeinflusste Farbverläufe und Oberflächen mit expressiver Pinselführung, rauen Texturen und unkonventionellen Materialien. Dabei löst sie traditionelle Grenzen zwischen Malerei und Skulptur auf.
Für FRIDAY BIRD schuf Cathrin Hoffmann ihren ersten Holzschnitt, der in enger Zusammenarbeit mit Keystone Editions in Berlin und dem Meisterdrucker Ulrich Kühle entstand. Das Werk erweitert ihre Auseinandersetzung mit Material und Prozess auf das Medium der Druckgrafik und übersetzt ihre Bildsprache in eine neue, taktile Form.